Die Bartagame (Pogona vitticeps) gehört zu den meistgehaltenen Echsen in deutschen Terrarien und wurde 2022 zum ersten „Heimtier des Jahres” gekürt. Für den Zoofachhandel ist sie ein verlässlicher Klassiker: robust, gut nachgezüchtet und bei Einsteigern wie erfahrenen Haltern gleichermaßen gefragt.
Bartagame (Pogona vitticeps)
- Gilt als eines der beliebtesten Einsteiger-Reptilien
- Ausgeprägter Temperatur- und UV-Gradient sowie 8- bis 12-wöchige Winterruhe gehören zur artgerechten Haltung
- Ernährung verändert sich mit dem Alter: Jungtiere brauchen mehr tierischen Anteil, adulte Tiere überwiegend pflanzliche Kost
Artvorstellung
Die Streifenköpfige Bartagame (Pogona vitticeps) stammt aus den trockenen Halbwüsten und baumbestandenen Savannen Zentral- bis Südaustraliens. Sie erreicht eine Endgröße von bis zu 60 Zentimetern und zählt damit zu den größeren Vertretern der Gattung Pogona. Charakteristisch sind die namensgebenden Stacheln an Flanken, Kopf und Kehle, die bei Drohverhalten aufgestellt und mit einem aufgeblähten, dunkel gefärbten „Bart” kombiniert werden. In menschlicher Obhut liegt die Lebenserwartung bei bis zu 20 Jahren.
Terrarium und Sozialverhalten
Für ein adultes Tier sollte das Terrarium mindestens 150 × 80 × 80 cm (L×T×H) messen, größer ist immer von Vorteil. Bartagamen sind überwiegend bodenbewohnend, klettern aber gerne auf Äste und Steinaufbauten, weshalb ausreichend Kletter- und Sonnenplätze zur Einrichtung gehören. Männliche Tiere leben in der Natur einzelgängerisch und territorial. Wir empfehlen daher grundsätzlich die Einzelhaltung, Tiere werden ausschließlich zur Paarungszeit zusammengesetzt.
Klima und Beleuchtung
Tagsüber sollten im Terrarium Temperaturen zwischen 28 und 33 °C herrschen, am Sonnenplatz unter dem Wärme- und UV-Strahler bis zu 40 °C. Nachts sinkt die Temperatur auf 20 bis 23 °C ab. Die Luftfeuchtigkeit liegt tagsüber bei 30 bis 40 Prozent und darf nachts auf bis zu 60 Prozent ansteigen. Eine ausreichende UV-B-Versorgung ist notwendig, da Bartagamen ihren Vitamin-D3-Bedarf über Eigensynthese decken. Eine mehrwöchige Winterruhe bei abgesenkter Temperatur und ohne künstliche Beleuchtung gehört zur artgerechten Haltung und unterstützt die Gesundheit der Tiere.
Ernährung
Jungtiere benötigen einen deutlich höheren Anteil tierischer Nahrung für ihr Wachstum. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich die Ernährung zugunsten pflanzlicher Kost, adulte Tiere sollten überwiegend vegetarisch ernährt werden. Faserreiches Grünfutter und Wildkräuter stehen im Vordergrund, Futterinsekten werden bei erwachsenen Tieren in geringeren Mengen angeboten. Fastentage entlasten die Verdauung und beugen Übergewicht vor.
Fazit
Die Bartagame verbindet Robustheit mit überschaubarem Pflegeaufwand und eignet sich dadurch gut für Einsteiger in die Terraristik, ohne bei erfahrenen Haltern an Attraktivität zu verlieren. Wer die Grundbedürfnisse bei Terrariengröße, Temperaturgradient, UV-Versorgung und altersgerechter Fütterung berücksichtigt, hat mit Pogona vitticeps ein langlebiges und pflegeleichtes Terrarientier.