Mit Theloderma ryabovi, bekannt als Ryabovs Flechtenfrosch oder Ryabovs Moosfrosch, stellen wir eine Art vor, die in der Terraristik nur selten zu finden ist. Umso mehr freuen wir uns über die aktuellen Nachzuchten aus unserer eigenen Zucht. Der kleine Hochlandbewohner aus Vietnam besticht durch seine flechtenartige Tarnfärbung und lässt sich bei guter Vorbereitung zuverlässig pflegen.
Ryabovs Flechtenfrosch / Moosfrosch (Theloderma ryabovi)
- Deutlicher Farbunterschied der Geschlechter: Weibchen einheitlich schwarzbraun, Männchen färben sich gelegentlich heller mit flechtenartiger Zeichnung
- Gerbstoffhaltiges Wasser ist entscheidend, etwa durch Seemandelbaumblätter oder Eichenlaub
- Von der IUCN als stark gefährdet eingestuft, bislang nur aus einem kleinen Gebiet in Zentralvietnam bekannt
Artvorstellung
Theloderma ryabovi wurde 2006 von Orlov, Dutta, Ghate und Kent wissenschaftlich beschrieben. Die Art ist bislang nur aus einem kleinen Gebiet montanen Primärregenwalds in der vietnamesischen Provinz Kon Tum bekannt. Dort wurde sie auf etwa 1.210 Metern Höhe nachgewiesen. Die Frösche halten sich bevorzugt in wassergefüllten Baumhöhlen auf und wurden rund vier Meter über dem Waldboden beobachtet.
Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Theloderma ryabovi als stark gefährdet ein. Gründe sind das sehr kleine Verbreitungsgebiet und die fortschreitende Beeinträchtigung des Lebensraums, vor allem durch den Anbau von Nutzpflanzen und durch Straßenbau. Umso wichtiger sind Nachzuchten, die den Bedarf der Terraristik unabhängig von Naturentnahmen decken.
Bemerkenswert ist der deutliche Farbunterschied zwischen den Geschlechtern. Bei den meisten anderen Arten der Gattung Theloderma ist die Unterscheidung von Männchen und Weibchen eher schwierig. Weibchen von Theloderma ryabovi sind einheitlich schwarzbraun gefärbt, auch die Augen. Männchen zeigen die Tendenz, sich gelegentlich heller zu färben. Sie erscheinen dann grau bis beige, teils mit einem rosafarbenen Hauch, und tragen große lilafarbene und schwarze Flecken, die zusammen eine flechtenartige Zeichnung ergeben. In ihrer dunklen Phase ähneln sie den Weibchen. Bei beiden Geschlechtern ist die Haut rau und mit zahlreichen Tuberkeln besetzt. Weibchen werden mit bis zu 8 cm deutlich größer als die Männchen, die bis zu 6 cm erreichen.
Terrarium
Die Haltung entspricht weitgehend der anderer Moos- und Flechtenfrösche. Als Unterbringung dient ein Aquaterrarium ab 60 × 60 × 80 cm (L×T×H), das die wassergefüllten Baumhöhlen des natürlichen Lebensraums nachbildet. Das Becken kann nahezu vollständig mit Wasser gefüllt sein (höhe bis zu 10 cm), ein echter Landteil ist nicht erforderlich.
Mehrere Zierkorkrinden werden schräg ins Wasser gestellt, sodass sie etwa zur Hälfte herausragen. Die Frösche sitzen an diesen Rinden mal teilweise im Wasser, mal knapp darüber. Zusätzliche Pflanzen, natürlich oder aus Kunststoff, schaffen weitere Verstecke und geben den Tieren Sicherheit. Die Haltung in der Gruppe ist problemlos möglich.
Entscheidend für die Haltung ist ein ausreichender Gehalt an Gerbstoffen im Wasser. Bewährt haben sich Seemandelbaumblätter, alternativ eignet sich Laub der Stieleiche (Quercus robur). Eichenlaub wird vor der Verwendung kurz abgekocht und anschließend dem Wasserteil beigegeben. Drastische Wasserwechsel sollten vermieden werden.
Klima und Beleuchtung
Als Bewohner des vietnamesischen Hochlands benötigt Theloderma ryabovi gemäßigte Temperaturen. Tagsüber liegen die Werte im unteren bis mittleren 20-Grad-Bereich, etwa bei 22 bis 24 °C. Nachts ist eine leichte Absenkung möglich. Höhere Temperaturen werden kurzfristig toleriert, sind auf Dauer jedoch nicht zuträglich für die Gesundheit der Tiere.
Die erforderliche hohe Luftfeuchtigkeit ergibt sich durch die große, offene Wasserfläche weitgehend von selbst.
Die Beleuchtung sollte gedämpft sein. Da die Art in Baumhöhlen lebt, wird keine UV-B-Beleuchtung benötigt.
Ernährung
Theloderma ryabovi ernährt sich von lebenden Wirbellosen. Geeignet sind kleine bis mittelgroße Heimchen und Grillen sowie Schaben und Fliegen in passender Größe. Die Futtertiere sollten regelmäßig mit einem Calciumpräparat bestäubt werden.
Fazit
Ryabovs Flechtenfrosch ist eine außergewöhnliche Art mit auffälliger Tarnfärbung, deutlichem Farbunterschied der Geschlechter und einer klar umrissenen Haltung. Wer das Aquaterrarium gut vorbereitet und auf gerbstoffhaltiges Wasser sowie gemäßigte Temperaturen achtet, hat mit einem mittleren Pflegeaufwand zu rechnen. Neben Theloderma ryabovi züchten wir auch den in der Terraristik etwas häufiger anzutreffenden Moosfrosch Theloderma corticale, der gelegentlich ebenfalls als Nachzucht verfügbar ist.