Die Bullennatter (Pituophis catenifer sayi) zählt zu den größten Nattern Nordamerikas und ist in der Terraristik seit Jahren fest etabliert. Kräftig gebaut, tagaktiv und in zahlreichen Farbvarianten nachgezüchtet, eignet sie sich für Halter, die eine große, robuste Schlange mit klar umrissenen Haltungsansprüchen suchen. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zu Terrarium, Klima und Ernährung.
Bullennatter (Pituophis catenifer sayi)
- Zahlreiche Farbvarianten, darunter Snow, White-Sided, Hypomelanistisch, Amelanistisch und Leuzistisch
- Imitiert bei Bedrohung eine Klapperschlange durch lautes Zischen und Vibrieren der Schwanzspitze
- Sehr kräftige Tiere: Die Terrarientechnik sollte außerhalb des Beckens angebracht werden
Artvorstellung
Die Bullennatter ist eine Unterart der Gophernatter (Pituophis catenifer). Ihr Verbreitungsgebiet reicht vom Süden Kanadas über die Great Plains und Teile des Mittleren Westens der USA bis in den Nordosten Mexikos. Sie bevorzugt offene, trockene Lebensräume wie Prärien und Grasland, besiedelt aber auch lichte Wälder und felsiges Gelände. Häufig nutzt sie Baue von Nagetieren. Dank ihres hohen, leicht vorstehenden Schnauzenschilds kann sie jedoch auch selbst graben.
Adulte Tiere erreichen meist 150 bis 200 cm, einzelne Exemplare bis 250 cm. Die Bullennatter ist massig gebaut, der Kopf setzt sich deutlich vom Körper ab. Die Grundfärbung ist typischerweise gelb bis beige, mit braunen bis schwarzen Sattelflecken, die zum Schwanz hin dunkler werden. Innerhalb des großen Verbreitungsgebiets variiert die Färbung erheblich. In der Terraristik kommen zahlreiche Farbvarianten hinzu, darunter Snow, White-Sided, Hypomelanistisch, Amelanistisch und Leuzistisch.
Die Art ist tagaktiv und zeigt bei Bedrohung ein auffälliges Abwehrverhalten. Sie zischt laut, flacht den Kopf ab und lässt die Schwanzspitze vibrieren, sodass sie einer Klapperschlange ähnelt. Auch Scheinbisse kommen vor. Das tiefe, fauchende Zischen hat ihr den Namen eingebracht. Einzelne Tiere werden mit der Zeit ruhiger, viele bleiben jedoch wehrhaft. Die Bullennatter ist ungiftig. Bei guter Pflege erreicht sie ein Alter von 15 bis 20 Jahren.
Terrarium
Für ein adultes Tier ist ein Terrarium von mindestens 180 × 60 × 60 cm (L × T × H) erforderlich. Besonders groß werdende Tiere benötigen eine Länge von 200 bis 250 cm. Da Jungtiere bei regelmäßiger Fütterung bereits im ersten Jahr 120 bis 140 cm erreichen können, sollte die Endgröße des Terrariums frühzeitig eingeplant werden. Empfohlen wird Einzelhaltung.
Geeignet ist ein Halbtrockenterrarium mit einer 10 bis 15 cm hohen Bodenschicht aus Lehm, Sand, Erde und Laub. Wurzeln, Korkstücke und flache Steine dienen als Versteckmöglichkeiten, stabile Äste bieten zusätzliche Klettergelegenheiten. Wichtig sind auch kühlere Verstecke abseits des Sonnenplatzes. Lebende Pflanzen sind aufgrund der Größe und Kraft der Tiere nicht geeignet. Aus demselben Grund sollte die Terrarientechnik außerhalb des Beckens angebracht werden. Eine große Schale mit stets frischem Wasser gehört zur Grundausstattung. Die Tiere trinken daraus und nutzen sie zum Baden, wenn es ihnen zu warm wird.
Klima und Beleuchtung
Tagsüber sollte die Lufttemperatur bei 25 bis 28 °C liegen, ergänzt durch einen lokalen Sonnenplatz mit 28 bis 30 °C. Nachts wird die Temperatur auf 18 bis 22 °C abgesenkt. Die Luftfeuchtigkeit liegt tagsüber bei etwa 50 %, nachts bei etwa 60 %. Da die Bullennatter aus eher trockenen Lebensräumen stammt, genügt es, das Terrarium etwa zweimal pro Woche zu besprühen. Die Beleuchtung mit UV-Anteil sollte täglich 12 Stunden betragen.
Zur artgerechten Haltung gehört eine jährliche Winterruhe von zwei bis drei Monaten bei 6 bis 8 °C. Sie wird durch das Reduzieren von Beleuchtungsdauer und Temperatur eingeleitet und gilt als wichtig für ein langes, gesundes Leben der Tiere. Im natürlichen Verbreitungsgebiet überwintern Bullennattern in Bauen unterhalb der Frostgrenze.
Ernährung
Die Bullennatter ist eine Würgeschlange. In der Natur frisst sie vor allem Kleinsäuger wie Mäuse, Ratten und Erdhörnchen, außerdem Vögel und deren Eier. Im Terrarium werden zunächst Mäuse verfüttert, mit zunehmender Größe erfolgt die Umstellung auf Ratten. Da ein ausgewachsenes Tier ohne Weiteres 12 bis 15 adulte Mäuse fressen kann, sind Ratten für große Tiere die praktikablere Wahl. Auch Eintagsküken können angeboten werden.
Jungtiere werden alle 5 bis 7 Tage gefüttert, adulte Tiere erhalten alle 7 bis 10 Tage ein Beutetier. Die Größe des Futtertiers orientiert sich am Körperumfang der Schlange und sollte etwa 10 bis 15 % ihres Körpergewichts entsprechen. Bullennattern gelten als gierige Fresser.
Fazit
Die Bullennatter ist eine robuste, tagaktive Natter mit beeindruckender Größe und großer farblicher Vielfalt. Ihre Haltungsansprüche sind klar umrissen: ein geräumiges, stabil eingerichtetes Terrarium, ein deutlicher Temperaturgradient mit UV-Beleuchtung und eine jährliche Winterruhe. Wer diese Anforderungen erfüllt und das wehrhafte Temperament der Art kennt, hat über viele Jahre Freude an ihr.