Der Korallenfinger-Laubfrosch (Litoria caerulea) ist in fast jedem Zoofachgeschäft gelistet. Der Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch (Trachycephalus resinifictrix) ist deutlich seltener in der Terraristik zu finden, bringt für den Fachhandel aber ähnlich gute Voraussetzungen mit: robuster Körperbau, hohe Lebenserwartung, auffällige Zeichnung und ein Haltungsbedarf, der sich mit Standardtechnik abdecken lässt.
Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch (Trachycephalus resinifictrix)
- reiner Baumbewohner, Höhe zählt mehr als Grundfläche
- Rufe der Männchen gelten als die lautesten unter den Froschlurchen
- Jungtiere kontrastreich schwarz-weiß, Adulttiere braun mit weiß-grauer Zeichnung; 10 Jahre und älter keine Seltenheit
Die Art im Überblick
Trachycephalus resinifictrix gehört zur Familie der Laubfrösche (Hylidae). Ein älteres Synonym, das im Handel und in der Literatur weiterhin auftaucht, lautet Phrynohyas resinifictrix. Das Verbreitungsgebiet umfasst die gesamte Amazonasregion, besonders Brasilien, Venezuela und Kolumbien sowie die Gebiete östlich der Anden. Die Tiere leben ausschließlich auf Bäumen und halten sich bevorzugt in Baumkronen und Stammlöchern auf.
Die Grundfärbung adulter Tiere ist dunkelbraun mit weißen bis weißgrauen Querbändern, Flecken und Punkten. Die Bauchseite ist cremefarben und schimmert zu den Flanken hin bläulich. Jungfrösche zeigen dieselbe Zeichnung, allerdings deutlich kontrastreicher in Schwarz und Weiß. Dieser Farbwechsel ist ein gutes Argument im Beratungsgespräch, weil Kunden Jungtiere und Adulttiere sonst leicht für verschiedene Arten halten.
Auf dem Rücken sitzen Drüsenwarzen (Parotiden), die ein klebriges Hautsekret zur Feindabwehr absondern. Bitte weisen Sie Kunden auf die üblichen Hygieneregeln beim Umgang mit Amphibien hin.
Die Männchen verfügen über sehr große Schallblasen. Ihre Rufe gelten als die lautesten unter den Froschlurchen.
Terrarium und Einrichtung
Gefordert ist ein Hochterrarium, sinnvoll aus Glas oder Forex. Für ein Paar reicht ein Becken ab 60 × 40 × 60 cm (L×T×H), für eine adulte Gruppe sollten es mindestens 100 × 50 × 100 cm sein. Jungtiere lassen sich in Terrarien ab 30 × 40 × 40 cm aufziehen. Größer ist in jedem Fall besser.
Die Einrichtung sollte aus zahlreichen Ästen und robusten, großblättrigen Pflanzen bestehen, sodass ein Dickicht mit ausreichend Verstecken und Rückzugsmöglichkeiten entsteht. Bewährt haben sich Philodendron-Arten. Eine große, flache Wasserschale als Bademöglichkeit gehört in jedes Becken.
Als Bodengrund eignen sich Materialien mit hoher Wasserspeicherfähigkeit, etwa ungedüngter Kokoshumus, Rindenmulch oder Terrarienerde. Verfügt das Becken über keinen Ablauf für überschüssiges Wasser, muss Staunässe unbedingt vermieden werden, sonst entstehen Faulecken.
Bei Gruppenhaltung gilt: Die Tiere müssen etwa gleich groß sein. Bei zu großen Größenunterschieden kann es zu Kannibalismus kommen.
Klima und Technik
Die Art stammt aus dem tropischen Südamerika und benötigt entsprechend warme, feuchte Bedingungen. Bewährt haben sich Tagestemperaturen von 24 bis 30 °C und Nachttemperaturen von 20 bis 23 °C bei einer Luftfeuchtigkeit von 75 bis 95 Prozent.
Zur Grundausstattung gehören eine Wärmequelle, die nur tagsüber die benötigte Temperatur erreicht, eine sehr gute Belüftung sowie eine Beregnungsanlage oder ein Vernebler zur Sicherung der Luftfeuchtigkeit. Belüftung und Beregnung sind hier kein Zubehör, sondern Voraussetzung für eine erfolgreiche Haltung.
Ernährung
Adulte Tiere sind carnivor und nehmen bereitwillig Heimchen, Grillen, Schaben und kleine Heuschrecken. In der Natur fressen sie neben Insekten alles, was sie an Kleintieren überwältigen können. Die Tiere sind nacht- und dämmerungsaktiv, gefüttert wird daher am besten abends.
Jungfrösche werden mit kleinen Fliegen, Springschwänzen, weißen Asseln und Micro-Heimchen aufgezogen. Wie bei allen Terrarientieren müssen die Futtertiere regelmäßig mit Mineralstoffen und Vitaminen bestäubt werden.